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Tiere - Archiv
Febr. 2008
Archiv-Seiten enthalten lesenswerte Infos, auch wenn sie zeitlich nicht mehr “aktuell” sind.
06. Febr. 2008
Stress pur für alle
Einfangen des ganzen Wurf´s und der Mutterkatze (zusammen 7 Katzen)
Es war soweit, wir mussten in der ersten Februar-Woche alle Miezen einfangen und sterilisieren lassen. Auch die Kater wurden, nicht wie üblich kastriert, sondern sterilisiert. Dadurch behalten sie ihr Naturell und ihre Gewohnheiten bei. Vor allem können sie ihr Revier verteidigen und uns hoffentlich weitere vergleichbare Überraschungen ersparen.
Sterilisation bei Katern ist neu, die Samenleiter wurden in der Tierklinik Wilhelmshof operativ durchtrennt und abgebunden. Die Kosten und die Dauer der Erholung entsprechen der Sterilisation bei weiblichen Tieren. Nun hoffen wir, dass sich die weiblichen Tiere keine “neuen” Kater ins Revier holen, wie es bisher, nach Kastration der männlichen Tiere, grundsätzlich zu beobachten war.
Zu sehen ist die Sterilisation bei Katern auf den ersten Blick nicht. Es waren zwei Jungtiere weiblich, vier männlich, welche, das konnten wir alle am Ende nicht mehr mit Sicherheit rekonstruieren, wir hatten im Trubel die “Buchführung” vergessen.
Das Einfangen unserer Katzen war eine sehr anstrengende Prozedur.
Dazu erhielten wir wertvolle Informationen von der örtlichen Katzenhilfe. Der einzige freie Fangkorb wurde aber nicht angenommen. Deshalb haben wir, über das Internet, zuerst einen größeren, doppeltürigen Korb kaufen müssen.
Nach einer ca. einwöchigen Gewöhnung an den neuen Korb konnten wir am Mittwoch, 6.2.08, mit dem Einfangen beginnen.
Wider Erwarten waren am Freitag Mittag (fast) alle in der Tierklinik, die sehr entgegenkommend mitgewirkt hat. Am Samstag den 9. Febr. konnten wir wieder “alle” fünf Jungtiere und die Mutterkatze abholen.
Doch kaum zu Hause, stellte die Nachbarin fest, dass sich eine kleine Katze, das sechste Jungtier, gedrückt hatte. Sie war vorher nicht mehr gesehen worden und so nahmen wir an, dass sie entweder nicht dazu gehörte oder schon verloren gegangen sei.
Nun mussten wir den Fangkorb erneut aufstellen. Und schon am nächsten Tag, den 10.2., ging sie in die Falle. Danach wurde sie beim Sonntagsdienst in der Klinik abgeliefert. Damit hatten wir alle “versorgt”.
Das Tierheim Ludwigsburg kann nicht täglich aufnehmen, aber genau das ist bei einem geschlossenen Wurf unbedingt nötig. Denn wenn nur ein einziges Tier aus dem Wurf den Fang- Prozess beobachtet, gehen die anderen nicht mehr in den Fangkorb. Die Kommunikation der Katzen untereinander ist bestens.
In der ersten Woche des Aufenthalts in einem freien Teil unseres Hauses, waren alle munter, sogar zu munter. Es hat auch Scherben gegeben und die Gardinen mussten entfernt werden.
Wir wollten versuchen, sie Mitte oder Ende der zweiten Woche, wenn das Wetter günstig wäre, in den Garten hinaus zu lassen. Dort haben sie wieder Zugang zum geheizten Werkraum mit vielen Schlafplätzen.
Wir waren gespannt, ob das Muttertier weiterhin am Haus bleibt, ihre Jungtiere betreut und sie langsam entwöhnt, vielleicht sogar selbst für ihre Jungen neue Familien sucht. Das wäre optimal.
Während ich am PC diesen Text schrieb, liefen die Kleinen in der Wohnung frei herum. Aber sie sind weiterhin scheu, lassen uns nicht in ihre Nähe. Ihre Angst haben sie nur soweit abgelegt, dass sie in gebührender Entfernung herumtollen können.
Das Muttertier hat auch wieder die “Erziehung” aufgenommen. Sie sitzt mitten drin und, wenn es nötig ist, kurzer Rundgang und alle Kleinen liegen auf ihren Pfoten. Erstaunlich.
Manche Eltern wünschten sich eine ähnliche Disziplin bei ihren Kindern.
Es wird vermutlich Monate, vielleicht Jahre dauern, bis die Tiere sich ausreichend an Menschen gewöhnt haben. Auch das ist eine Erfahrung, die wir unmittelbar vorher mit recht negativem Ausgang machen mussten.
Bei der Vermittlung von ausgewilderten Hauskatzen gelingt es nur bei sehr langer, konzentrierter Betreuung, sie an neue Personen zu gewöhnen. Die Tiere müssen viele Monate in der Wohnung gehalten werden, bis sie auf die neuen Menschen zukommen. Gelangen sie vorher ins Freie, sind sie nicht wieder einzufangen, selbst dann nicht, wenn sie krank werden. Diese Erfahrung mussten wir mit dem ersten Wurf der “Mieze” machen, den wir vermitteln konnten.
Über die Fangmethode werde ich hier nicht berichten. Es gibt auch unerwünschte “Katzenfänger”, denen ich keinesfalls Tipps liefern möchte.
Es sind einige einfache Grundregeln, die beachtet werden müssen. Doch die erfragen Sie beim örtlichen Tierheim oder Katzenverein. Es ist, aus eigener Erfahrung, nicht ratsam, ohne vorherige Beratung, Tiere einzufangen. Ein paar Kleinigkeiten müssen beachtet werden, sonst sind die Tiere später viele Wochen lang verstört. Im schlimmsten Fall misslingt nach dem ersten Versuch das weitere Einfangen völlig.
Kuchen im Katzenkorb
Wir haben uns mit zwei selbst gebackenen Kuchen bei der Tierklinik für das außergewöhnliche Entgegenkommen bedankt. Angeliefert wurde standesgemäß im Katzenkorb.
“Das ist gemein!”... ;-))
Denn, kaum wurde zum x-ten Mal unser Katzenkorb gesichtet, hatte man schon erwartet, dass noch eine achte Katze operiert werden müsse. Da blieb doch jemandem schier die Luft weg...
Nach Ablieferung der Kuchen verließen wir die Klinik, in der Gewissheit, dass unser Katzenkorb keine Angstzustände mehr auslösen wird.
Ab 19. Febr. 2008
Katzen alle wieder im Freien
Nach mehr als einer Woche im Haus wurden die Tiere zunehmend apathisch. Deshalb haben wir die Tür zum Garten am 19.2. wieder geöffnet. Zuerst rührte sich garnichts. Dann standen zuerst die Jungtiere draußen, liefen schnurstracks zum Keller, in ihren alten Flucht- und Aufenthaltsraum. Dann folgte die Alt-Mieze.
Die hatte zuerst einmal alle Pfoten voll zu tun, ihre “Wilden”, die wieder im Garten rumtollten, beisammen zu halten.
Wieder muss es eine schnelle Kommunikation gegeben haben. Zwei blieben zurück, mit vier war sie bald verschwunden. Später kam sie zweimal wieder, um sich zu vergewissern, ob die beiden zurück gelassenen Jungtiere wohlauf seien. Das waren sie und wieder war das Muttertier verschwunden.
Seitdem leben sie, wie vorher, im Holzlager und Hobbyraum, sind nachts unterwegs. Tagsüber schlafen einige hier, es sind aber täglich andere von den sechs Jungtieren. Die übrigen sind nicht zu sehen. Es sieht so aus, als wenn die Katzen sich einen weiten Radius erarbeiten, denn hier im Umfeld unseres Gartens gibt es schon genug.
Irgendwann kommen sie auch zum Fressen. Alle Teller müssen regelmäßig überprüft werden, sie sind aber zu unterschiedlichen Zeiten leer. Wenn sie mit dem vorhandenen nicht zufrieden sind, kommen sie an die Terrassentür.
Sie sind sauber und sie sind ausgezeichnete Mäusefänger. Unsere Gartenmäuse sind entweder gefressen, oder sie haben sich einen neuen Garten gesucht.
Wir hoffen ja, dass sich vor allem die Jungtiere, trotz ihrer distanzierten Art, selbst ein neues Zuhause suchen. Das ist auch in den vergangenen Jahren mit anderem Zulauf recht gut gelungen. Mit dem jetzigen Wurf wird das zwar länger dauern und wir bleiben länger in der Verantwortung. Aber Geduld ist die einzige Chance, wie wir inzwischen wissen. Denn sie werden nur sehr sehr langsam zutraulicher, sie sind bei weitem noch nicht handzahm.
Die Februar-Fotos, siehe vorherige Seite: Tiere-2
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