|
Das Holz-Lager
Ausstattung und Material
1. Planung
Bei der Planung eines Ofens- oder Kachelofens wird meist das Holzlager vergessen. Aber genau hier entscheidet sich, ob die alternative Holz-Befeuerung auf Dauer gesund und wirtschaftlich betrieben werden kann, oder ob sie letztlich zur Belastung wird.
Größe: Für ein Einfamilienhaus sollte ein Holzlager von mindestens 5 x 3 Meter, z.B. eine nicht genutzte Garage, zur Verfügung stehen. Nicht vergessen!, der Raum muss über eine ausreichende Luftzirkulation verfügen, Kellerräume unter der Erde sind nicht geeignet.
Kammersystem: Um auf möglichst kleinem Raum möglichst viel Brennholz zu lagern, müssen „Kammern“ aufgebaut werden. Ich selbst habe auf der einen Längsseite einer alten Garage drei große Haupt-Kammern für je 4 bis 5 Raummeter erstellt. Dadurch können unterschiedliche Holzqualitäten getrennt gelagert werden.
Auf der gegenüberliegenden Seite stehen mir zwei kleinere Ausweich-Kammern für 2 bzw. 1,5 Raummeter zur Verfügung. Dadurch können, vor einer Nachbestellung, die großen Kammern von Restbeständen freigemacht werden. Die kleinen Kammern dienen auch als Puffer für größere Lieferungen, als die großen Kammern noch aufnehmen können. Außerdem lagere ich dort die Spaltabfälle, die mein Holzlieferant korrekt mitliefert. Diese eignen sich zum Anfeuern.
Insgesamt kann ich mindestens 16 Raummeter lagern, das entspricht, für unsere Raumverhältnisse, einem Zwei-Jahresbedarf.
2. Die Holz-Kammern
Die Holzlager-Kammern erstellte ich mit „Holzstapelhalter“ (oder Suchbegriff: “Holzstapelhilfe”).
Sie finden die verzinkten “Holzstapelhalter” in den Edinger-Shops unter der Art.Nr. 114841 - HauptSeite: http://www.winter.edingershops.de - (Edinger war im Mai 08 günstiger als Westfalia)
Oder bei Westfalia: www.westfalia.de - Stichwort “Holzstapelhalter”
Ich habe von Edinger-Shops eine gute Qualität erhalten, bin nach knapp zwei Jahren immer noch sehr zufrieden, die Stapelhalter rosten nicht.
Als Chinaware fand ich die Stapelhalter in einem Baumarkt, als Sonderangebot, sogar für den Stückpreis von nur 1,- EUR. Prüfen Sie billige Stapelhilfen sorgfältig, auch solche Angebote über Auktionen, sie könnten aus diesen Beständen kommen.
Wenn unverzinkte oder schlecht verzinkte Stapelhalter verrosten und ausgetauscht werden müssen, wird das, vor allem bei Festeinbauten, aufwendig und teuer. Die ganze Konstruktion muss abgebaut werden (siehe die beiden folgenden Fotos).
Die Holzstapelhalter sind Metall-Füße für Kanthölzer.
Die senkrechten Kanthölzer gibt es in den passenden Maßen in jedem Baumarkt. Pro Stapelhilfe werden zwei 6 x 8 cm Kanthölzer benötigt, das ergibt vier Kanthölzer für eine Reihe Brennholz von maximal 33 cm Länge. Die Brennholzauflager sind drei ebenfalls genormte Latten aus dem Baumarkt. Auf dem Foto sehen Sie eine doppelte Unterlegung, zur besseren Belüftung.
Die Stapelhalter sind, meines Erachtens, eine der genialsten Neuheiten der letzten Jahre. Eine simple aber enorm praktische Idee, die auch zum Aufbau von robusten und variablen Außen- und Innenregalen geeignet ist. Die Konstruktion hält sich selbst-tragend. Die mögliche Höhe wird sehr unterschiedlich angegeben, vermutlich aus Haftungsgründen eher zu niedrig. Ich habe sie in 2,20 m Höhe, mit je einem “Balkenschuh” auf den Eckhölzern, an der Decke stabil verankert und zudem noch quer stabilisiert, um die ganze Raumhöhe zu nutzen (siehe folgendes Foto / Die Balkenschuhe gibt es in jedem Baumarkt).
Wenn 25 cm langes Holz gelagert werden soll, ist kein zusätzlicher Abstand zwischen mehreren gestapelten Holz-Reihen erforderlich. Die Stapelhilfen sind für 33-er Holzlänge ausgelegt. Somit entsteht ein durch die Konstruktion vorgegebener Abstand zwischen den Holzreihen.
Für nasses 33er Holz
Wird 33-er Länge gelagert, muss ein zusätzlicher Abstand für gute Belüftung sorgen. Drei Stapelhilfen hintereinander ergeben drei Reihen für 33 cm Brennholz-Länge. Mit einem möglichst 20 cm Zwischenabstand, zur Wand und zwischen den Stapeln, ergibt das eine optimale Kammertiefe von 160 cm für die beste Belüftung, vor allem für nasses Holz.
Für trockenes 33er Holz
Die Abstände zwischen den Stapelreihen können bei tockenem Holz durchaus geringer sein, aber nicht unter 36 cm pro Stapelreihe (33 cm Holzlänge plus mindestens 3 cm zur zusätzlichen Belüftung). Bedenken Sie, dass einzelne Holzscheite auch länger sein können als 33 cm.
Die minimale Tiefe für drei Reihen 33er Holzlänge beträgt also 110 cm. Bei so geringem Abstand zwischen den Stapelreihen sollten die Stapelhilfen doppelt unterlegt werden, zuerst quer, dann längs, um eine Innenbelüftung zwischen den geringen Abständen der Stapel zu erreichen. Siehe Foto oben.
Zum zweiten Bild: linke Kammer gut getrocknetes Holz –
Mittlere und hintere Kammer: einjähriges, noch zu nasses Holz. Feuchtigkeit schlug sich an der Decke nieder. Nach einem guten Jahr (ein ganzer Sommer mit meist halboffenen Türen) war das Holz ofenfertig, mit 12-18 % Feuchte. Nach einem weiteren halben Jahr wurden nur noch 12-14% Restfeuchte gemessen. Dabei bestätigte sich wieder die bekannte Regel, dass bestes Brennholz erst nach einer dreijährigen trockenen Lagerung erreicht werden kann.
Die Holz-Trocknung wird vor allem durch trockene Zugluft begünstigt. Ich würde mir, mit meinen heutigen Erfahrungen, einen Schuppen bauen mit horizontalen Lamellen-Wänden und 20cm breiten Abständen zwischen den Stapelreihen, damit der Wind ringsum durchziehen kann.
Ungespaltenes Holz (rundum Rinde) trocknet nur sehr langsam aus, richtig ist, die Holzstücke vor der Lagerung mindestens einmal zu spalten.
Weitere Verwendungen: Aus den Resthölzern habe ich noch eine vierte Kammer erstellt zur senk- rechten Lagerung meiner Autoreifen (Foto oben). Die Reifen stehen schonend auf dicken Rundstäben.
3. Die Holzbeschaffung und Aufbereitung
Eigenleistung, Waldarbeit: Es ist im ländlichen Raum bisher üblich, mit viel Zeit- und Kraftaufwand das Holz weitgehend selbst für die Verbrennung aufzubereiten.
Doch die Geräte- und Maschinenausstattung geht, wenn man nichts ausleihen will, erheblich ins Geld. Gebraucht werden für die eigene Holzbeschaffung, neben den üblichen Kleingeräten:
eine Kettensäge, der vorgeschriebene Schutzanzug – Spalter und Bandsäge sowie fürs Waldgelände geeignete Transportmaschinen.
Lagerung auf freien Flächen: Außerdem wird das frisch geschlagene Holz drei Jahre lang, meist auf freien, leicht zugänglichen Grundstücken, gelagert. Das Holz muss vorgespalten werden, sonst trocknet es zu langsam. Danach wird es in Meter-Stücken gestapelt, sonst ist der Verlust durch Diebstahl noch höher als ohnehin schon üblich.
Für alle, die die Waldarbeit nicht oder nicht mehr ausführen können, gibt es heute eine gute und preiswerte Alternative.
Ofenfertiges Brennholz: Rechnet man den gesamten Aufwand für Mensch und Gerät, einschließlich Diebstahl-Verluste zusammen, lohnt sich inzwischen, für den Normalverbraucher, der nicht aus Forst- oder Landwirtschafts-Berufen kommt, nur noch vorgespaltenes und ofenfertiges Brennholzes. Es kann dichter gelagert und leichter auf die eigenen Bedürfnisse zugerichtet werden.
Auch für jene, die aus gesundheitlichen Gründen die Waldarbeit nicht mehr ausführen können, ist der Einkauf von ofenfertigem Brennholz besser, als die Holzfeuerung aufzugeben.
Die aufwendige und kraftzehrende Waldarbeit entfällt, ebenso das dreijährige Zwischenlager auf offenen Flächen.
Vorgespaltenes, ofenfertiges Holz wird in zwei Varianten angeboten, als grob gespaltenes Holz aus Spaltautomaten, die an Zugmaschinen, z.B. Traktoren, angeschlossen werden. Sie orientieren sich eher am größten möglichen Maß der angegebenen Länge und Dicke.
Und als zweite Variante werden gleichmäßig geschnittene kleinere Scheite verkauft, die ich hier mit “Maßholz” bezeichne. Sie werden auf Maß geschnitten, angepaßt an kleine Öfen. Der Handel bietet sie in Säcken oder als Schütt-Raummeter in Gitterboxen an. Die Stückgröße orientiert sich am “kleinsten Maß”. Deshalb passen sie, ohne weitere Bearbeitung, in jeden Ofen.
Wer ausschließlich “Maßholz” verbrennen will, braucht keine Maschinen. Allerdings ist die Wärmeausbeute geringer und der Preis für die exakten kleinen Stücke ist fast doppelt so hoch wie für die einfache Spaltung.
Bei größerem Holzbedarf sind auf jeden Fall dickere Brennholzstücke von maximaler Länge zu bevorzugen. Wer, wie wir, eine echte Zusatzheizung betreibt (nicht nur Dekoration), braucht grob gespaltenes Holz von größt-möglicher Dicke.
Dann gilt aber der Grundsatz,
je kleiner die Feuerstelle, desto zwingender die Ausstattung mit kleinen Brennholzmaschinen (Säge und Spalter).
Denn die einzelnen Stücke aus den Spalt-Automaten sind gelegentlich zu lang, häufiger zu dick und immer mal wieder zu breit. Das Problem haben die großen Feuerungen der Kelleröfen nicht, sie arbeiten dafür aber dauerhaft mit geringerer Effektivität als die direkte Beheizung im Wohnraum.
Für meine Feuerung von 23 x 36 cm, Innenmaße des 8 KW-Ofens, lasse ich mir grob gespaltenes Holz von 33 cm Länge und maximal 17 cm Dicke liefern (Arbeitsmaße meiner Maschinen). Sie werden wie angeliefert gestapelt.
Erst wenn ich das Holz zur Verbrennung aus dem Lager hole, muss ich wenige Stücke mit der Säge und deutlich mehr Stücke mit dem Spalter an die kleine Feuerstelle anpassen. Dafür habe ich eine höhere Energieausbeute und zahle weniger.
Denn grob gespaltenes Holz erfordert weniger Arbeitsaufwand und kostete 2007 pro Raummeter 65,- EUR ans Haus geliefert. Zur gleichen Zeit kostete kleiner und regelmäßiger gespaltenes Brennholz 100,- EUR, teilweise sogar ohne Anlieferung, die kostet in der Regel noch 20,- EUR pro Raum- oder Schüttraummeter drauf. Ofengerechtes Kleinholz ist also deutlich teurer und zudem ist die Wärmeausbeute wesentlich geringer.
Mit der entsprechenden Kleinmaschinen-Ausstattung kann besseres Heizmaterial billiger eingekauft werden. Und in maximal drei Jahren machen sich meine Maschinen, bei meinem Jahresverbrauch von acht Raummetern, bereits bezahlt.
Mit meinem Spalter kann ich zudem die Holzdicke sehr variabel selbst bestimmen, vom Anzündholz bis zum richtig dicken Brocken, ist jede Variante möglich. Das führt zu einem optimalen Abbrand mit sehr geringer Rußbildung.
Übrigens, mit einem Spankorb voll 20 cm langer “Spächtele” (Anzündholz) können sie jeden Holzofenbesitzer beglücken, es ist ein witziges und “heiß” begehrtes Gastgeschenk.
Wer sich also nicht scheut ungleiche Holzstücke auf einfache Art mit elektrischen Maschinen an seine Ofengröße anzupassen, hat viele gewichtige Vorteile.
4. Brennholz-Alternative
Wer sich die Arbeit mit dem Brennholz ganz ersparen will oder muss, kann mit Holz-Briketts heizen. Eine top saubere und bequeme Lösung.
Schauen Sie sich zuerst die folgende Internetseite an, damit Sie wissen, was gemeint ist.
http://www.hardbriks.de/
Für eine gelegentliche Befeuerung wären sie eine vollständige Alternative zum Naturholz.
Für die regelmäßige Zusatzheizung bevorzuge ich eine Mischung aus Naturholz und Holz-Brikett.
Ich nutze die Holzbriketts der Firma Hardbriks zuerst zum Anheizen. Dazu lege ich zwei Scheiben auf das Anzündholz. Durch die hohe Energiedichte des Produkts bekomme ich schneller und mit weniger Rauchbildung eine gute Glut zum Auflegen von dicken Brennholz-Stücke.
Scheiben können Sie allerdings nicht von jedem Brikett abtrennen. Die Briketts der Firma Hardbriks sind doppelt gepresst, zuerst in Scheiben, dann werden die einzelnen Scheiben in einem weiteren Pressvorgang zu einem Brikett zusammengefügt. Deshalb lassen sich, z.B. mit einem breiten Schraubenzieher, die einzelnen Scheiben leicht voneinander lösen.
Außerdem verwende ich die “Hardbriks” zwischendurch, z.B. wenn ich eine dekorative Flamme erzeugen will. Und, inzwischen fast täglich, werden sie abends aufgelegt, um dem Ofen einen letzten Wärmeschub für die Nacht zu geben.
Folgendes sollten Sie aber unbedingt beachten: Brennholz wird im Verbrennungsvorgang kleiner, es ist also kein Problem, ein gerade noch passendes Holzstück in die Feuerung einzulegen. Aber....
Holzbriketts werden im Verbrennungsvorgang um das 1,5-fache größer!!
Wenn Sie das nicht beachten, könnten Sie die Schamotte-Auskleidung ihres Ofens sprengen!
Deshalb für kleine Feuerungen Briketts immer entsprechend teilen und das geht bei Scheiben-Briketts ohne Säge, z.B. mit einem Schraubenzieher oder einem kurzen Schlag auf eine Kante.
Holzbriketts entwickeln auch eine deutlich höhere Hitze. Sie dürfen deshalb nicht “geschichtet” werden. Immer nur einzelne Stücke einlegen.
Ich bestelle regelmäßig bei Hardbriks die im Karton verpackten Briketts zusammen mit meinem Ofenbauer. Das spart Transportkosten.
Übrigens, auch das “Anfeuerholz” von Hardbriks ist sehr zu empfehlen und sparsam im Verbrauch.
Weitere Infos: Maschinen, Kontrollgeräte, Holzlagerkosten auf der nächsten Seite.
|