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Fotos nachschärfen mit dem Hochpass-Filter
Meine neue Lumix G2 nimmt sehr detailreich auf. Deshalb können die Fotos in Photoshop-Elements (zumindest ab Version 6) per Hochpass-Filter deutlich verbessert werden.
Vorab:
Foto wie üblich optimieren - wichtig sind vor allem die gewünschten Hell-Dunkel-Kontraste. Je nach Motiv sollten noch Grauverläufe übrigbleiben, z.B. bei Tierfotos die Fell-Schattierungen. Dazu z.B.: >Ebene >Neue Einstellungsebene >Tonwertkorrektur verwenden
Nicht immer führt der von Bildbearbeitern empfohlene vollständige Beschnitt der rechts und links auslaufenden Kontrastkurve zu einem guten Ergebnis. Dazu die Vorschau beobachten. Wenn die Hell-Dunkel-Kontraste zu hoch sind, dann die Tonwerte weniger stark beschneiden (Markierungen weiter nach außen setzen).
Neu: Panorama-Fotos sollten vor dem Zusammenfügen in den Kontrasten optimiert werden. Dann wird besser zusammengefügt und der spätere Hochpass-Filter kann sanfter und damit natürlicher optimieren.
Nach der Grundoptimierung:
1. In der Ebenenpalette (am rechten Rand) die Hintergrundebene mit der Maus auf das kleine Papiersymbol in der Fusszeile (erstes Symbol links) ziehen, die Ebene wird dubliziert.
2. Die dublizierte Ebene ist weiter markiert, jetzt >Filter >Sonstige Filter >Hochpass anwählen
und im Hochpass-Fenster den Radius eingeben -
Dieser Schritt beruht auf Erfahrung, ist aber nachträglich korrigierbar (siehe letzten Punkt “Deckkraft”). Hohe Werte führen selten zu guten Ergebnissen.
Orientierung: mit 2 bis max. 5 beginnen, stark kontrastreiche (hell-dunkel) Fotos oder Partien > eher niedriger Radius, homogenere Flächen > hoher Radius.
Meist reicht der Radius 3, für ein fast durchgehend weißes Schwan-Gefieder mit geringer Grauzeichnung an den Federspitzen musste ich Radius 15 einsetzen.
3. Die Füllebene entsättigen - mit: >Überarbeiten >Farbe anpassen >Farbton/Sättigung - Oder schneller: die Tasten Strg + u drücken und die Sättigung auf Null setzen. - Nicht vergessen, sonst können durch das nachfolgende Zusammenfügen Fehlfarben entstehen!
4. In der Ebenenpalette im Auswahlfenster oben links (neben Deckkraft, statt “Normal”) die “Füllmethode” > Ineinanderkopieren auswählen. - Jetzt ist die Wirkung des Filters auf die Bildschärfe erkennbar.
5. Die Bildschärfe kann zur Not nachjustiert werden, indem in der Ebenenpalette die Deckkraft verringert wird (oben rechts im Ebenen-Fenster - aber nicht zu stark, sonst Qualitätsverlust).
Durch die ausführlichen Beschreibungen könnte die Hochpass-Schärfung zeitaufwendig wirken. In der Praxis sind es aber, nach der ohnehin notwendigen Foto-Optimierung, nur vier (maximal 5) zusätzliche Arbeitsschritte, die nach kurzer Einarbeitung schnell von der Hand gehen (siehe grün hinterlegte Texte). Wichtig ist, dass die Ebenenpalette am rechten Bildschirmrand angezeigt wird und dadurch leicht zugänglich ist.
Durch Auswahl und einer neuen Ebene durch Kopie können auch Teilbereiche eines Bildes per Hochpass geschärft werden. Müssen mehrere Teilbereiche geschärft werden, empfehle ich, zwischendurch die Ebenen auf die Hintergrund-Ebene zusammen zu rechnen. Ansonsten wird die Datei zu groß und es könnte zu Fehlfunktionen kommen mit Verlust der bisherigen Arbeit.
Sind Flächen sehr homogen, mit nur wenigen Hell-Dunkel-Kontrasten, ist die Hochpass-Schärfung weniger effizient (z.B. rote Blüten ohne Sonnenbestrahlung). Denn der Hochpass-Filter ist im engeren Sinne kein Werkzeug zum Schärfen, vielmehr verbessert er die Hell-Dunkel-Kontraste, oft sogar durch Glanzlichter an den Konturen. Genau deshalb ist er für Webfotos besser geeignet, als “Unscharf maskieren”.
Enthalten Fotos Teilflächen mit wenig Kontrasten, dann zuerst das Gesamtbild per Hochpass schärfen, danach die kontrastarme Fläche auswählen und nachschärfen. Orientiert man sich im ersten Arbeitsschritt an der kontrastarmen Fläche, werden die übrigen Bildteile unangenehm überschärft wirken.
Entscheidend für eine gute Hochpass-Schärfung sind die Auflösung und die Detail-Darstellung der Fotos. Beide Kriterien sind von der verwendeten Kamera abhängig.
Meine Experimente mit Bildern meiner früheren Fotogeräte gelangen nur selten. Nur bei harten Konturen (z.B. Gebäude und klar konturierte Pflanzen) waren die Hochpass-Ergebnisse brauchbar. Dagegen wirkten die Naturaufnahmen, z.B. Waldränder, zwar geschärft, aber “matschig”. Denn wenn die Detailschärfe fehlt, d.h. wenn statt detailierte Blatt-Strukturen nur schattierte Flächen aufgenommen werden, kann der Hochpassfilter nichts verbessern.
Besser sind die Hochpass-Ergebnisse bei Aufnahmen aus der kleinen Fuji Finepix F200 EXR. Auflösung und Detailreichtum reichen aus, um den Schärfeeinduck bei normaler Lese-Distanz zu verbessern. – Doch an die Schärfe-Ergebnisse der Lumix-G2-Aufnahmen kommt die Kleine nicht heran, allein schon wegen des deutlich größeren Sensors der G2.
Der Hochpassfilter ist, nach kurzer Einarbeitung, ein einfaches und wirkungsvolles Werkzeug zur Verbesserung detail- und konturen-reicher Fotos. Consumer-Fotos kann er nicht verbessern, aber gute Bildqualität wird durch Hochpass-Schäfung noch professioneller.
Beispiele zur Hochpass-Schärfung mit Fotos der Lumix G2 - siehe “Web-Fotos-2”.
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